Forschungsprojekt
Cooperative Conditions: A Primer on Architecture, Finance, and Regulation

Forschungsprojekt
Dr. Anne Kockelkorn, Dr. Susanne Schindler mit den Studierenden des gta MAS
2020–2021
 

www.cooperativeconditions.net

Forschungsbeitrag zur Architekturbiennale 2021 in Venedig: How Will We Live Together?

Anne Kockelkorn, Susanne Schindler und Rebekka Hirschberg diskutieren die vorläufigen Ergebnisse von «Cooperative Conditions» im Rahmen von gta Invites, 11. November 2020.

Studierende im Gespräch Raphael Frei und Andreas Sonderegger, pool Architekten, 28. November 2020. Foto: Sanna Kattenbeck

THEMA
Aufbauend auf einer hundertjährigen Tradition haben Zürcher Wohnungsbaugenossenschaften in den letzten zwanzig Jahren beeindruckende experimentelle Architekturen des Zusammenwohnens gebaut und dabei auch etablierte Vorstellungen hinterfragt, wer oder was zu einem Wohnhaushalt dazu gehört: Wohnungen mit mehr als 50 Leuten, Cluster von Mikro-Einheiten, Wohnungen, um zu arbeiten und zu leben oder für Kurzzeit-Miete – um nur einige zu nennen.

Diese experimentellen Formen des Zusammenlebens sind in den letzten Jahren international bekannt geworden. Aber was genau macht diese Architektur möglich? Wer besitzt das Land, unter welchen Bedingungen und aufgrund welcher historischen Entwicklung? Wieso gelten Zürcher Genossenschaften als gute Schuldner – und seit wann? Was ist die Zinsrate ihrer Hypotheken und wer hat sie zu welchem Zeitpunkt festgelegt? In einer Welt, die in immer stärkerem Masse durch finanzialisierte Immobilieninvestitionen und den daraus resultierenden Anstieg sozialer und ökonomischer Ungleichheit geprägt ist, sind dies Schlüsselfragen um Alternativen des Zusammenlebens denkbar zu machen.

ZIELSETZUNG
Ziel ist, genauer zu verstehen, wie die Architektur des genossenschaftlichen Wohnungsbaus und seine politische und ökonomische Regulation zusammenspielen und sich gegenseitig bedingen. Der gemeinsame Blick auf die Form von Architektur und Stadt und die Geschichte einer politischen Ökonomie des Wohnen ermöglicht es, zeitgemässe Definitionen architektonischer Handlungsräume zu entwickeln.

AUSSTELLUNGSBEITRAG
Der Ausstellungsbeitrag für die Architekturbiennale in Venedig – zu sehen im Arsenale in der Sektion «Household» – veranschaulicht diese Handlungsspielräume in Form einer graphischen und textlichen Untersuchung zu je einem regulativen Instrument und seinen architektonischen und sozialräumlichen Auswirkungen. Ziel ist, dass Biennale-Besucher die breiteren Bedingungen und spezifischen Instrumente des genossenschaftlichen Wohnungsbaus in Zürich verstehen und davon ausgehend lernen diese auch auf andere Situationen ausserhalb der Schweiz zu übertragen.

FORMAT
Die Installation erfolgt auf einer vertikalen Fläche. Die Querbezüge zwischen den acht Dossiers, die je ein finanzielles, juridisches oder regulatorisches Instrument und dessen Zusammenspiel mit Architektur und Stadt erklären, werden so für Besucher leicht erkenntlich. Die Ergebnisse werden auch auf einer Website und in Buchform veröffentlicht.

PARTNER
Cooperative Conditions wird möglich gemacht durch die grosszügige Unterstützung von: Institut gta, Departement Architektur (D-ARCH), Ernst Göhner Stiftung, Pro Helvetia, Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ), Wohnbaugenossenschaften Schweiz (WBG).

FORSCHUNG UND LEHRE
Diese Forschungsarbeit wird von den Studierenden des MAS ETH in Geschichte und Theorie der Architektur im Rahmen eines Forschungsseminars entwickelt.
Studierende: Kadir Asani, Nina Baisch, Hanae Balissat, Anna Derriks, Sébastien El Idrissi, Armin Fuchs, Lale Geyer, Rebekka Hirschberg, Sarah Hummel, Sanna Kattenbeck, Abbas Mansouri, Bianca Matzek, Olga Rausch, Gina Rauschtenberger, Kristin Sasama, Kana Ueda, Alexia Zeller.
Projektleitung: Rebekka Hirschberg.
Grafik: Monobloque